"Eine Niederlage bedeutet nicht unbedingt, dass man schlecht gespielt hat!"

 

1. Juni, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

Die Phrase des Trainers - "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel"

Eigentlich müsste ich für diese Phrase ein paar Euro ins Schwein werfen, aber der Spruch passt zu jedem Trainer. Alle Trainer, die ich bis jetzt getroffen habe und was ich so von anderen höre, planen bereits am Tag nach dem letzten Spiel das nächste Training - unabhängig ob nach einem Sieg oder einer Niederlage.

Manche machen sich Notizen, andere lassen beobachten, wiederum andere sitzen nach dem Spiel mit dem Trainerstab und/oder einigen Spielern zusammen und diskutieren entscheidende Szenen. Ich mache alles. Manche Aktionen werden notiert, andere werden miteinander besprochen oder aber ich hole mir externen Rat von Zuschauern und Eltern.

Junioren verbessern sich einfacher

Im Amateur oder im Juniorenbereich ist das Training sogar noch wichtiger als in manchem Profi-Team. Die Kinder und Jugendlichen sollen von klein auf stetig verbessert werden. Einige schaffen sogar irgendwann den Sprung zu höher­klassigen Mannschaften.

Manche jüngere Trainer­kollegen fragen mich hin und wieder woran man das Training festmachen sollte oder wie man das am besten protokolliert. Ich gehe meistens nach dem selben Prinzip vor und mache mir bereits am Wochenende oder am Montag Gedanken zum möglichen Ablauf der Trainings­woche. Natürlich ist es nur von den Spielern abhängig wie ein Training gestaltet werden kann. Da weise ich immer auf Kadermanager hin, wo Spieler ihre Anwesenheit im Voraus eintragen können aber auch der Trainer seine Trainings­ziele festlegen kann. Ob es dann so durchgezogen wird, hängt von den Spielern ab.

Grundlegende Sache dabei ist das vergangene Spiel, wenn man die Vorbereitung, die immens wichtig für das Einspielen der Mannschaft aber auch für die Grundkondition und -koordination ist, außen vor lässt.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Deswegen möchte ich einen kurzen Einblick geben wie ich das Training gestalte und woran ich festmache, was ich bei Kadermanager eintrage, damit meine Spieler gewappnet sind:

Es kommt dabei auf 3 Komponenten an:

  1. Ausgang des vergangenen Spiels, wobei da die Mannschaftsleistung Vorrang hat und nicht das Ergebnis
  2. Anzahl und Einstellung der Spieler im Training
  3. Abwechslungs­reiches Programm (KKK)

Ein Trainer sollte stets diese drei Punkte zur Trainings­gestaltung heranziehen. Dabei sind alle in gleicher Gewichtung zu berück­sichtigen.

zu 1. Eine Niederlage kann auch gewinnbringend sein

Natürlich ärgert man sich, wenn man verliert. Nicht nur die Spieler sind enttäuscht, sondern auch Trainer sind emotional berührt, wenn sein Team verliert. Manchmal sind Niederlagen eben gerecht, manchmal aber auch nicht. Besonders in dem Fall, wenn man eigentlich die bessere Mannschaft war, dennoch verliert, ist das Gefühl danach umso bitterer. Doch beide Resultate sind für die Mannschaft, den Trainer und das Training gewinnbringend.

Verliert man verdient, können Fehler der gesamten Mannschaft im Training behandelt werden

Verliert man unverdient, können ausschlag­gebende Szenen nachgespielt werden und dement­sprechend angepasst werden, damit solche Niederlagen in Zukunft ausbleiben. Wenn meine Mannschaft gewinnt, spreche ich dennoch Szenen aus dem Spiel an, auch die, die gut gemacht wurden, um genau solche guten Aktionen zu verankern.

Als ich Spieler der A-Junioren war, führten wir in einem Spiel zur Halbzeit mit 6:0. Mein damaliger Trainer kam in die Kabine, schrieb ein großes 0:0 an die Tafel und verließ die Kabine. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde und auch meinen Spielern weitergebe. Man soll sich niemals zu sicher fühlen! Wir gewannen das Spiel 6:0!

Eine Niederlage bedeutet nicht unbedingt, dass man schlecht gespielt hat!

zu 2. ein bisschen Spaß muss sein

Dank Kadermanager weiß ich meistens ungefähr wieviele Spieler im Training anwesend sein werden. Anhand dessen kann ich das Training sehr gut gestalten. Sollten wenige Abwehr­spieler anwesend sein, wird auch das Umschalt­spiel von Angriff auf Verteidigung geübt, damit auch Mittelfeldspieler Spielsituationen erkennen sollen.

Andersrum, wenn vorwiegend offensive Spieler anwesend sind, wird das Angriffsspiel sowie Passspiel geübt. Manchmal lasse ich auch zwei Gruppen trennen: die eine übernehme ich und bespreche individuell Angriffs- oder Verteidigungs­schwächen. Die andere Gruppe übernimmt der Co-Trainer der wichtige Skills am Ball üben lässt.

Spaß gehört vor allem bei Jugendlichen dazu. Sollte aber zu viel Spaß gemacht werden, sollte ein Trainer unbedingt eingreifen und kurze Sprints oder Läufe mit ins Training einarbeiten, um die Konzentration wieder zu fördern.

Jeder macht gerne Späße, doch ein gewisses Maß Ernsthaftigkeit gehört ebenso dazu!

Dies hängt indirekt mit dem vergangenen Spiel zusammen - war die Mannschafts­leistung zufrieden­stellend, lasse ich gerne ein paar Spielchen mit in die Trainings­gestaltung einfließen. War das Auftreten der Mannschaft (vorsichtig ausgedrückt) suboptimal, sollten konzentrierte anstregendere Übungen trainiert werden. Wird nach einer schlechten Leistung zusätzlich im Training nicht konzentriert genug gearbeitet, kann es schon mal sein, dass Laufschuhe zum Einsatz kommen.

zu 3. Die drei K’s

Die drei K’s haben bei mir oberste Priorität in meiner Auswahl der Trainingsübungen: Kondition - Koordination - Konzentration Diese drei Komponenten ergänzen sich stets gegenseitig.

Ich lasse meine Spieler in jedem Training, unabhängig von der Anzahl der Spieler, des Ausgangs des vergangenen Spieles oder der Platzbedingungen, Koordinationsübungen ausführen.

Während sich die Spieler warmlaufen, baue ich meistens die Koordinations­übung auf: Ringe, Leiter, Stangen sind dabei die Haupt­gegenstände. Spieler müssen stets ihre motorischen Koordinations­fähigkeiten aufrecht erhalten und trainieren. Dabei sind Sprünge und schnelle Bewegungen vorwärts, rückwärts, seitlich oder springend durchzuführen. Dabei ist ebenso die Kondition sowie die Konzentration wichtig.

Sollte die Konzentration während des Trainings nachlassen, rückt die Kondition wieder in den Vordergrund.

Sprints oder Fangspiele sind dabei die Möglichkeiten, je nach Laune oder Einbeziehen der bisherigen Leistung im Training oder des vergangenen Spiels. Das Trainings­programm sollte dennoch sehr ausgeglichen und abwechslungs­reich gestaltet werden sowohl das der Kondition, der Koordination und der Konzentration.

Diese drei Aspekte sollten dennoch in jedem Training einen Platz finden. Die weiteren Übungen können je nach Ausgang des vergangenen Spiels, auf den kommenden Gegner oder der Motivation und Einstellung der Spieler im Training angepasst werden. Kadermanager hilft mir dabei, dass ich sehe welche Übungen in den vergangenen Wochen bereits geübt wurden und wie die Beteiligung gewesen ist.

Training wird unterbrochen, um Aktionen anzusprechen.

1. Juni, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

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