"Zu ernste Trainingseinheiten oder Trainer sind da eher fehl am Platz"

 

1. April, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

Fußballspielen ist Freizeit—keine gezwungene Karriere

Trainer im Kinder- und Jugendbereich eines kleinen Fußballvereins zu sein, bedeutet nicht viel weniger Arbeit als für die Trainer im professionellen Bereich. Die haben nämlich meist Assistenten oder Personen in deren Umfeld, die dem Coach einige Arbeiten abnehmen. Als Trainer der Kids muss man sich allerdings um alles selbst kümmern. In meinem Fall ist es immer noch ein Hobby, dem die Kinder nach der Schule nachgehen.

Neben dem Trainerdasein bin ich zusätzlich also auch Hobbykoordinator. Die Teilnahme am Training ist jedoch immer noch jedem selbst überlassen und keiner sollte zum Fußballspielen gezwungen werden. Bei den meisten Spielern im Kinder und Jugendbereich ist es auch so und das Training wird meist als Alltagsausgleich, zum Stressabbau oder einfach nur als zusätzlicher Spaßfaktor gesehen. Spaß ist vor allem in Mannschaftssportarten sehr wichtig und hilft auch den einzelnen Spielern sich in einer intakten Mannschaft geborgen zu fühlen. Zu ernste Trainingseinheiten oder Trainer sind da eher fehl am Platz.

Fußballspielen bleibt Hobby

Fußball ist und bleibt ein Hobby, aber dennoch ist es wichtig dem Ganzen ein bisschen Ernsthaftigkeit zu geben.

So ist es wichtig, sich frühzeitig vom Trainingsbetrieb abzumelden, falls eine Teilnahme nicht möglich ist

Dies ist nicht nur für mich als Trainer wichtig, der sich frühzeitig mit der Trainingsgestaltung beschäftigt, sondern es beeinflusst auch die anderen Spieler, die bei etwaiger geringer Teilnahme darunter leiden.

Daher benutze ich seit einiger Zeit Kadermanager und empfehle es auch Trainerkollegen und Freunden, die im Sport haupt- oder nebenberuflich tätig sind. Dort kann ich anhand der Absagen erkennen, inwieweit eine Trainingsänderung notwendig ist.

Vielleicht? Nein!

Bei Kadermanager ist nämlich eine "Vielleicht-komme-ich-ins-Training"-Angabe nicht möglich. Die Spieler können dort angeben, ob sie kommen oder nicht. Ja, ich komme, oder nein, ich kann nicht.

Ein "Vielleicht" ist keine Option

Auch nicht für mich als Trainer, denn wenn viele Spieler vielleicht ins Training kommen, bringt mir das auch nichts. Es schadet zudem dem Training der anderen, die dann etwaige Übungen anders ausführen müssen.

Oft habe ich das Problem, dass Eltern für ihre Kinder entscheiden und die Teilnahme am Training von der schulischen Leistung abhängig machen. Doch gerade das ist es, was ich den Eltern versuche zu erklären. Selbst mit schlechten schulischen Leistungen brauchen Kinder und Jugendliche eine gepflegte Ablenkung vom Alltag, um Stress zu Hause oder in der Schule zu entgehen.

Fußballspielen ist Freizeit - keine gezwungene Karriere

Ich versuche den Eltern auch immer öfter zu erklären, dass Kinder auch abseits des Pausenhofes Erfolge feiern können. Nicht nur schulische Noten zählen zu einer guten Ausbildung, sondern auch Fußball trägt dazu bei. Teamfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und auch Lernbereitschaft und Belastbarkeit werden als Schlüsselqualifikationen indirekt trainiert. Und genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass klare Zu- oder Absagen gemacht werden. Es ist absolut kein Problem, wenn hin und wieder mehrere Kinder absagen, allerdings sollte dies klar kommuniziert werden und nicht mit einer "Vielleicht-Einstellung" angesagt werden.

Viele Eltern behaupten, dass sie nicht im Voraus wissen, ob ihr Schützling zum Training kommt. Oft habe ich Diskussionen mit den Eltern. Aussagen wie "Mein Sohn kommt, wenn er seine Hausaufgaben erledigt hat" oder "Wir wissen noch nicht, ob wir es heute ins Training schaffen" sind die häufigsten.

In dem Moment sage ich immer, dass man auch nicht seinem Arbeitgeber oder der Schule sagt, dass man womöglich kommt

Dann verweise ich wieder auf Kadermanager, wo den Eltern, Spielern und Trainern nichts übrig bleibt, als zu- oder abzusagen — das System unterstützt keine andere Option.

Hobby hin oder her, selbst Freizeitaktivitäten sind Verpflichtungen. Und daran sollten sich auch die Eltern, Spieler und alle Beteiligten halten, denn nur dann können Erfolge gefeiert werden, die wiederum auf die Einstellung, Motivation und den Willen der Jugendlichen abfärben.

1. April, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

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