"Selbst manche Stars erinnern sich noch an ihre Jugendtrainer"

 

17. Mai, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

Coach's Top 5

Oft wird von schlechten oder guten Trainer geredet. Nicht nur in der Bundesliga hört man oft, dass ein Trainer nach sieglosen Wochen das Handtuch schmeißt oder beurlaubt wird. Auch im Amateur-Fußball gibt es oft Trainer­wechsel, doch sind sie hier meist nach beendeter Saison. Vor allem aber im Jugend­bereich ist der Trainer die gesamte Saison über Trainer - ob erfolgreich oder nicht. Nach einer Saison sieht das schon etwas anders aus, da sich auch Mannschaften komplett neu aufstellen oder zusammen­gewürfelt werden.

Im Jugendbereich steigen die Spieler immer weiter Richtung Senioren auf. Es ist üblich, dass die Spieler jeweils 2 Jahre in einer Juniorenmannschaft spielen, bevor es beispielsweise von den C-Junioren (U15) in die B-Junioren (U 17) geht.

Nach einer erfolglosen bzw. erfolgreichen Saison muss sich meist dennoch der Trainer verantworten. Wenn ich gefragt werde, wie ich dies gehandhabt habe, komme ich immer wieder auf das Wort "Egal". Es ist nämlich meist gar nicht so schlimm.

Das Wichtigste neben Siegen und Erfolgen ist das Lehren der Spieler

Es ist mir persönlich auch sehr wichtig, dass Spieler - unabhängig des Verlaufs der Saison - etwas lernen, ich ihnen etwas beibringen kann und ich sie somit für die nächste Alters­klasse vorbereite.

Daher setze ich, mit einigen Ausnahmefällen, denn man weiß im Voraus nie was passiert, immer auf 5 Dinge, die jeder Trainer beachten sollte!

1. Jeder Spieler ist gleichwertig

Absolut undenkbar ist es einen oder mehrere Spieler zu bevorzugen.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass alle Spieler als gleichwertig anzusehen sind und auch geschätzt werden

Natürlich kann man argumentieren, dass der ein oder andere Spieler besser veranlagt ist oder sympathischer gegenüber dem Trainer auftritt, aber trotz allem muss der Trainer in der Lage sein, solche persönlichen Emotionen auszublenden. Jeder Spieler hat die gleiche Stellung im Team. Natürlich wählt man Kapitäne, die als Bindeglied zwischen Trainerstab und Mannschaft dienen sollen, dennoch sollte ein Trainer jedem seiner Spieler die Chance zu einem Gespräch bieten und auch explizit zu Gesprächen heranziehen.

Coach's Top 5 Bild: woodleywonderworks

2. Abwechslungsreiches Training

Das Training ist das A und O im Fußball. Es ist allgemein in jeder Sportart das Wichtigste um mit anderen konkurrieren zu können. Dabei sollen vergangene Fehler analysiert und auch angesprochen werden, wobei wir wieder bei Punkt 1 wären. Jedem Spieler sollte auch individuell während des Trainings Verbesserungs­möglichkeiten an die Hand gegeben werden, denn "gute" und auch "weniger gute" veranlagte Spieler benötigen vor allem im Juniorenbereich ausreichend Tipps.

Dabei ist ein ausgeglichenes und abwechslungsreiches Training notwendig. Kadermanager nutze ich dabei meistens. Bei Kadermanager kann man dann genau sehen, welche Übungen in den vergangenen Wochen auf der Agenda standen, wenn man sie regelmäßig einträgt. Mit dieser Hilfe kann ein Trainer das Training dement­sprechend abwechslungs­reich gestalten.

Stupide Laufeinheiten zu Beginn einer Saison sind zwar nötig um eine Basis an Kondition aufzubauen, doch manchmal ist es sinnvoll den Ball mit an den Fuß zu nehmen oder auch motorische Fähigkeiten durch Koordinations­übungen zu üben.

Ein weiteres Beispiel sind Dehnübungen, die meist gemeinsam im Spieler­kreis vollzogen werden mit anschließender Möglichkeit individuell kurz nachzu­dehnen. Oft gehe ich dann über zu aktiven Dehnübungen, die sich deutlich von den klassischen Übungen abheben. Diese Abwechslung bringt auch den Geist in Schwung, den manche vor Laufeinheiten ausschalten!

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3. Spaß muss sein

Natürlich spielen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene Fußball um zu gewinnen. Siege und Erfolge zu feiern ist auch etwas tolles, aber um dahin zu gelangen bedarf es einer großen Portion Ernsthaftigkeit und Konzentration. Konzentration zählt meiner Meinung nach zu der wichtigsten Eigenschaft, die man beim Fußball­spielen braucht - noch mehr als Kondition - denn wer nicht konzentriert arbeitet, verschwendet größtenteils Zeit und Mühe. Jedes Training sollte daher durchweg konzentriert angegangen werden - von Spielern wie auch Trainern.

Dennoch sollte auch Spaß hin und wieder auf der Rangordnung stehen. Vor allem nach Siegen oder nach guten konzentrierten Trainings­einheiten ist es legitim ein witziges Elfmeterschießen zu veranstalten, bei dem der Verlierer z.B. Bälle aufräumen muss.

4. Rotation ist wichtig - für den Zusammenhalt

Ich habe es bereits erwähnt, dass jeder Spieler gleichwertig behandelt und eingesetzt werden soll. Natürlich gibt es die Spieler, ohne die ein wichtiges Standbein der Mannschaft fehlen würde, aber auch solche Spieler können je nach Spielstand oder Spiel­situation auch mal ausgewechselt werden.

Es gibt Spieler, die können ein Spiel entscheiden, doch auch diese kann der Trainer von Beginn an auf der Bank sitzen lassen. Dabei stelle ich oft einen Vergleich zur Bundesliga her, wo bei verschiedenen Teams auch Topstars hin und wieder auf der Bank Platz nehmen dürfen. Wichtig dabei ist es, dass die Spieler das verstehen und nicht enttäuscht sind. Alle Spieler gehören dazu und alle Spieler sind Teil dieser Mannschaft.

Man spielt zusammen, man gewinnt und man verliert zusammen

Wer dabei auf dem Platz steht oder wer ein Tor erzielt oder gar einen Fehler macht, ist dabei egal!

Dabei hilft z.B. Kadermanager, wo die Trainings­beteiligung übersichtlich dargestellt werden kann. Manchmal kann man als Trainer auch die Trainings­fleißigsten in die erste Elf stecken, auch wenn der talentierteste Spieler vielleicht einmal nur auf der Bank sitzt.

Coach's Top 5 Bild: popofatticus

5. Sei ein Vorbild!

Das wichtigste, was ich allen Trainer­kollegen und Eltern sage ist es ein Vorbild zu sein. Nicht nur im Training oder beim Spiel, sondern auch abseits des Platzes. Einmal habe ich einem Trainer­kollegen die Zigarette aus dem Mund genommen und ihm gesagt, er soll nicht in Anwesenheit der Junioren am Spiel­feldrand rauchen. Obwohl er das nicht toll fande, hat er es eingesehen.

Man trägt als Trainer, Co-Trainer oder Betreuer Verantwortung mit sich und die muss man den Spielern zeigen

Ein Vorbild muss nicht immer Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Manuel Neuer sein - meist ist das erste Vorbild der Karriere der erste oder einer der ersten Trainer in der Karriere.

Sei ein Vorbild, dann bist du ein guter Trainer! Selbst manche Stars erinnern sich noch an ihre Jugend­trainer.

17. Mai, 2015 | Matthias G. | Alle Artikel sehen

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